Was eine Restschuldversicherung leistet
Eine Restschuldversicherung ist an einen bestimmten Kredit gebunden. Je nach Vertrag zahlt sie die Restschuld oder die laufenden Raten, wenn die versicherte Person stirbt, arbeitsunfähig wird oder unverschuldet ihren Arbeitsplatz verliert. Angeboten wird sie vor allem bei Ratenkrediten, Autokrediten und bei der Finanzierung von Möbeln oder Elektronik.
Die Versicherungssumme richtet sich nach der Kredithöhe. Bei Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit übernimmt die Versicherung die Rate meist nur für einen begrenzten Zeitraum. Häufig wird der Beitrag als Einmalbeitrag fällig und gleich mitfinanziert. Dann zahlen Sie auf die Versicherung zusätzlich Zinsen, und der Kredit wird insgesamt teurer.
Warum Verbraucherschützer oft kritisch sind
Die Verbraucherzentralen bewerten Restschuldversicherungen seit Jahren kritisch. Ihr Hauptargument: Der Schutz ist im Verhältnis zur Leistung oft teuer, und im Ernstfall zahlt die Versicherung nicht immer. Die Gründe stehen meist im Kleingedruckten.
Für Ratenkredite gilt seit Januar 2025 eine neue Regel. Bezieht sich die Restschuldversicherung auf ein Allgemein-Verbraucherdarlehen, darf der Versicherer sie erst abschließen, wenn Sie Ihre Vertragserklärung frühestens eine Woche nach dem Kreditvertrag abgegeben haben. So soll niemand unter Zeitdruck am Bankschalter unterschreiben. Die Regel steht in § 7a des Versicherungsvertragsgesetzes. Die klassische Baufinanzierung ist ein Immobiliar-Verbraucherdarlehen und wird von dieser Vorschrift nicht erfasst.
- Wartezeiten: Leistungen greifen oft erst einige Monate nach Vertragsbeginn.
- Karenzzeiten: Bei Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit vergeht meist eine gewisse Zeit, bevor die erste Rate übernommen wird.
- Ausschlüsse: Viele Verträge schließen bestimmte Vorerkrankungen oder absehbare Situationen aus, etwa eine bereits angekündigte Kündigung.
- Begrenzte Dauer: Die Raten werden häufig nur für eine festgelegte Zahl von Monaten gezahlt.
Der Unterschied zur Risikolebensversicherung
Bei der Baufinanzierung begegnet Ihnen eher die Risikolebensversicherung. Sie zahlt eine vereinbarte Summe, wenn die versicherte Person während der Laufzeit stirbt. Krankheit oder Arbeitslosigkeit sind nicht abgedeckt. Dafür ist der Schutz klar umrissen und unabhängig von einem bestimmten Kredit.
Das hat praktische Vorteile. Der Vertrag gehört Ihnen und nicht der Bank. Wechseln Sie nach Ablauf der Zinsbindung die Bank oder schulden um, läuft die Versicherung einfach weiter. Die Summe lässt sich gleichbleibend oder fallend vereinbaren. Eine fallende Summe passt zu einem Darlehen, dessen Restschuld mit jeder Rate sinkt. Eine gleichbleibende Summe sichert zusätzlich die Familie ab, etwa für die laufenden Lebenshaltungskosten.
Die Restschuldversicherung bündelt dagegen mehrere Risiken in einem Produkt, ist aber an genau einen Kredit gebunden. Bei einer Umschuldung müssen Sie sie gesondert kündigen. Ein neuer Vertrag beginnt in der Regel mit neuen Wartezeiten.
Verlangt die Bank bei einer Baufinanzierung eine Todesfallabsicherung, kann eine bestehende oder neue Risikolebensversicherung an sie abgetreten werden. Die Bank erhält im Ernstfall dann den Teil der Leistung, der zur Tilgung nötig ist. Finanzieren Sie zu zweit, lässt sich jede Person einzeln absichern. So bleibt der oder die Hinterbliebene nicht allein mit der Rate.
Welche Absicherung zu welchem Risiko passt
Statt eines Pakets lohnt es sich, die Risiken einzeln zu betrachten. Für den Todesfall ist die Risikolebensversicherung die übliche Lösung. Gegen den dauerhaften Verlust der Arbeitskraft schützt eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie zahlt eine monatliche Rente und hilft damit nicht nur bei der Kreditrate, sondern beim gesamten Lebensunterhalt.
Bei einer vorübergehenden Krankheit greifen als Arbeitnehmer zunächst andere Leistungen. Der Arbeitgeber zahlt in der Regel sechs Wochen das Gehalt weiter, danach gibt es Krankengeld von der Krankenkasse. Bei Jobverlust besteht Anspruch auf Arbeitslosengeld, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Eine Rücklage von einigen Monatsraten überbrückt die Lücke zusätzlich.
Prüfen Sie vor jedem Abschluss, was Sie bereits haben. Manchmal ist ein Risiko schon über einen bestehenden Vertrag abgedeckt. Wird Ihnen eine Restschuldversicherung angeboten, lassen Sie sich die Kosten getrennt ausweisen. Nur so sehen Sie, was der Schutz über die gesamte Laufzeit kostet. Eine bestehende Restschuldversicherung können Sie in der Regel kündigen und erhalten dann einen Teil des Einmalbeitrags zurück. Sinnvoll ist das vor allem, wenn der Schutz anderweitig ersetzt ist.
So unterstützt Baugeld 1-2-3
Als unabhängiger Finanzierungsvermittler und Versicherungsmakler betrachten wir Kredit und Absicherung gemeinsam. Wir schauen mit Ihnen, welche Risiken in Ihrer Situation tatsächlich offen sind, und vergleichen passende Lösungen. Ob und welche Versicherung Sie abschließen, entscheiden Sie. Gern besprechen wir das in Goslar oder per Video.