Was ein Makler übernimmt
Ein guter Makler begleitet den Verkauf von der Bewertung bis zum Notartermin. Er schätzt den Marktwert ein, stellt die Unterlagen zusammen, erstellt Exposé und Anzeigen, organisiert Besichtigungen und führt die Preisverhandlungen. Viele Makler prüfen auch, ob ein Kaufinteressent die Finanzierung tatsächlich stemmen kann.
Für Verkäufer ist vor allem die Zeitersparnis spürbar. Gerade wer weiter weg wohnt, etwa bei einer geerbten Immobilie im Harz, ist mit einem Makler vor Ort oft gut beraten. Hinzu kommt die Marktkenntnis: Ein realistischer Angebotspreis entscheidet oft darüber, ob ein Haus in Wochen oder erst nach vielen Monaten verkauft ist.
Achten Sie bei der Auswahl auf Erfahrung in Ihrer Region und auf einen klaren Vertrag. Fragen Sie, wie der Makler den Preis ermittelt, auf welchen Portalen er inseriert, wie er Interessenten vorab prüft und wie lange der Vertrag läuft. Ein seriöser Makler beantwortet diese Fragen offen und nennt Ihnen Referenzen.
Was die Provision kostet und wer sie zahlt
Die Höhe der Maklerprovision ist gesetzlich nicht festgelegt und frei verhandelbar. Für den Verkauf von Wohnungen und Einfamilienhäusern an private Käufer gelten aber seit Dezember 2020 feste Regeln zur Verteilung. Beauftragen Verkäufer und Käufer den Makler gemeinsam, zahlen beide den gleichen Anteil. Hat nur der Verkäufer den Makler beauftragt, darf er höchstens die Hälfte der Provision an den Käufer weitergeben. Der Käufer muss seinen Teil erst zahlen, wenn der Verkäufer seinen Anteil nachweislich beglichen hat.
Ein Maklervertrag über eine Wohnung oder ein Einfamilienhaus muss außerdem in Textform geschlossen werden, also zum Beispiel per E-Mail. Für Verkäufer bedeutet das: Die Provision ist ein echter Kostenpunkt, den Sie in Ihre Rechnung einbeziehen sollten.
Privat verkaufen: Chancen und Aufwand
Ein Privatverkauf spart die Provision. Dafür übernehmen Sie alle Aufgaben selbst. Das ist gut machbar, wenn Sie Zeit haben, Ihren lokalen Markt kennen und strukturiert vorgehen. Diese Punkte gehören dazu:
Rechnen Sie ehrlich mit dem Zeitaufwand. Zwischen erster Anzeige und Notartermin vergehen oft mehrere Monate. In dieser Zeit müssen Sie erreichbar sein, Anfragen schnell beantworten und für Besichtigungen auch abends oder am Wochenende Zeit haben. Wer das nicht leisten kann, verkauft mit professioneller Hilfe oft entspannter.
- einen realistischen Preis ermitteln, am besten mit einem Wertgutachten oder einer fundierten Einschätzung
- Unterlagen besorgen: Grundbuchauszug, Flurkarte, Baupläne, Wohnflächenberechnung, Energieausweis, bei Wohnungen Teilungserklärung und Protokolle der Eigentümerversammlungen
- ein aussagekräftiges Exposé mit guten Fotos und den Pflichtangaben zum Energieausweis erstellen
- Anfragen beantworten, Besichtigungen organisieren und Interessenten vorab prüfen
- den Preis verhandeln und den Notartermin vorbereiten
Typische Fallstricke beim Privatverkauf
Der häufigste Fehler ist ein falscher Preis. Ist er zu hoch, bleibt die Immobilie lange im Angebot und gilt bald als Ladenhüter. Ist er zu niedrig, verschenken Sie Geld. Ein zweiter Fehler betrifft die Unterlagen: Fehlt der Energieausweis bei der Besichtigung oder sind wichtige Dokumente unvollständig, wirkt das unprofessionell und kann rechtliche Folgen haben.
Seien Sie außerdem vorsichtig bei der Frage nach der Finanzierung. Verkaufen Sie nicht an den ersten Interessenten, der begeistert ist, sondern lassen Sie sich eine Finanzierungsbestätigung zeigen, bevor Sie einen Notartermin vereinbaren. Ehrlichkeit über bekannte Mängel ist ebenfalls wichtig. Wer Mängel verschweigt, riskiert trotz Gewährleistungsausschluss im Kaufvertrag spätere Ansprüche.
Steuerlich sollten Sie die Spekulationsfrist im Blick behalten. Gewinne aus dem Verkauf privater Immobilien sind nach § 23 EStG grundsätzlich steuerpflichtig, wenn zwischen Kauf und Verkauf weniger als zehn Jahre liegen. Für selbst genutzte Immobilien gibt es Ausnahmen. Lassen Sie Ihren Fall vor dem Verkauf von Ihrem Steuerberater prüfen.
Eine Zwischenlösung kann sinnvoll sein. Manche Eigentümer verkaufen privat, holen sich aber gezielt Unterstützung, etwa für die Bewertung, für professionelle Fotos oder für die Prüfung des Kaufvertragsentwurfs. So behalten Sie die Kontrolle und reduzieren trotzdem das Risiko teurer Fehler.
So unterstützt Sie Baugeld 1-2-3
Ob mit Makler oder privat: Ein Verkauf läuft schneller, wenn die Käuferseite gut vorbereitet ist. Wir prüfen für Kaufinteressenten die Finanzierung und stellen auf Wunsch eine Finanzierungsbestätigung aus. Für Verkäufer bieten wir als Nebenleistung virtuelle Rundgänge und Drohnenaufnahmen an, die Ihr Exposé aufwerten. So sprechen Sie ernsthafte Interessenten an und sparen sich unnötige Besichtigungen.