Mehr Kaufverträge als in den Vorjahren
Im Berichtsjahr von November 2024 bis Oktober 2025 wurden in Niedersachsen rund 94.600 Kaufverträge für Immobilien registriert. Das sind rund 10 Prozent mehr als im Vorjahr und etwa 20 Prozent mehr als 2023, dem Jahr mit der geringsten Zahl an Kaufverträgen seit 1987. Der gesamte Geldumsatz stieg auf rund 25 Milliarden Euro.
Treiber waren vor allem Eigentumswohnungen. Bei neu gebauten Wohnungen stieg die Zahl der Verkäufe um 37,4 Prozent, bei wiederverkauften Wohnungen um 14,6 Prozent. Auch bei Mehrfamilienhäusern gab es deutlich mehr Verkäufe.
Bei den Ein- und Zweifamilienhäusern erreichte die Zahl der Verkäufe nach Angaben des Gutachterausschusses wieder ein ähnliches Niveau wie in den Jahren 2015 und 2017 bis 2021, die von sehr niedrigen Bauzinsen geprägt waren. Viele Kaufinteressenten, die 2023 abgewartet haben, sind offenbar in den Markt zurückgekehrt. Für Verkäufer bedeutet das wieder mehr Nachfrage, für Käufer weniger Verhandlungsspielraum als noch vor zwei Jahren.
Ein- und Zweifamilienhäuser werden wieder teurer
Rund 29.500 Ein- und Zweifamilienhäuser wechselten 2025 den Besitzer, etwa 8 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Mittel kostete ein solches Haus in Niedersachsen 270.000 Euro, nach 255.000 Euro im Vorjahr. Der Höchstwert von 300.000 Euro aus dem Jahr 2022 ist damit noch nicht wieder erreicht. Reihenhäuser und Doppelhaushälften kosteten im Mittel 250.000 Euro, nach 235.000 Euro im Vorjahr.
Bemerkenswert ist die regionale Verteilung. Nur in 8 von 47 untersuchten Gebieten ist der mittlere Hauspreis gesunken, und das häufiger in Großstädten wie Braunschweig, Göttingen, Osnabrück und Wolfsburg als im ländlichen Raum. Am teuersten bleibt die Stadt Hannover mit im Mittel 505.000 Euro für ein Ein- oder Zweifamilienhaus. Am günstigsten ist der Landkreis Holzminden mit 156.000 Euro.
Gebrauchte Eigentumswohnungen kosteten landesweit im Durchschnitt 2.130 Euro je Quadratmeter Wohnfläche, 150 Euro mehr als im Vorjahr. Neue Wohnungen sind deutlich teurer als ältere, mit Spitzenwerten an der Küste und in Hannover. Baugrundstücke für Einfamilienhäuser kosteten im Mittel 139 Euro je Quadratmeter, die Zahl der verkauften Bauplätze blieb aber historisch niedrig.
Für Käufer heißt das: Die Phase deutlich sinkender Preise nach 2022 ist in den meisten Teilen Niedersachsens vorbei. Wer auf weitere Rabatte gewartet hat, findet heute eher stabile bis leicht steigende Preise vor, regional allerdings sehr unterschiedlich.
Was das für Goslar und den Harz bedeutet
Landesweite Durchschnittswerte helfen bei der Orientierung, ersetzen aber keinen Blick auf den konkreten Ort. Zwischen Goslar, Bad Harzburg, Clausthal-Zellerfeld und kleineren Harzdörfern liegen beim Preisniveau oft große Unterschiede. Lage, Baujahr, Zustand und Grundstücksgröße wirken sich stärker aus als jede Landesstatistik.
Für belastbare Zahlen zu Ihrer Region sind die Gutachterausschüsse die richtige Adresse. Sie veröffentlichen jährlich Grundstücksmarktberichte und Bodenrichtwerte. Über das Portal Immobilienmarkt Niedersachsen können Sie Bodenrichtwerte kostenfrei online abrufen, sie werden jährlich zum 1. Januar neu ermittelt. Dort finden Sie auch die Grundstücksmarktberichte der regionalen Gutachterausschüsse.
Bei älteren Häusern, wie sie im Harz häufig angeboten werden, spielt außerdem der energetische Zustand eine wachsende Rolle. Käufer rechnen Kosten für Heizung, Dämmung und Fenster heute meist von Anfang an ein. Ein niedriger Kaufpreis ist deshalb nur die halbe Wahrheit.
Hilfreich ist ein Vergleich mit tatsächlich erzielten Preisen statt mit Angebotspreisen. Inserate zeigen, was Verkäufer sich wünschen. Die Gutachterausschüsse werten dagegen die Kaufverträge aus, die beim Notar tatsächlich unterschrieben wurden.
Prognosen mit Vorsicht lesen
Wie sich die Preise weiter entwickeln, kann niemand verlässlich vorhersagen. Die amtlichen Daten zeigen die Vergangenheit, nicht die Zukunft. Prognosen von Banken und Instituten unterscheiden sich oft deutlich und werden regelmäßig korrigiert.
Wichtiger als der richtige Zeitpunkt ist meist die Frage, ob die Immobilie zu Ihrem Leben und Ihrem Budget passt. Wer langfristig selbst darin wohnen will, sollte vor allem eine Finanzierung wählen, die auch bei veränderten Bedingungen tragfähig bleibt.
- Zinsentwicklung und Ihre persönliche Belastungsgrenze
- Energetischer Zustand und anstehende Sanierungen
- Lage, Infrastruktur und Entwicklung des Ortes
- Einschätzung der Bank zum Beleihungswert
Wie Baugeld 1-2-3 Sie unterstützt
Als Vermittler aus Goslar sind wir im Harz zu Hause. Bei Baugeld 1-2-3 prüfen wir mit Ihnen, ob Kaufpreis, Nebenkosten und mögliche Sanierungskosten zu Ihrem Budget passen, und holen Angebote verschiedener Banken ein. So wissen Sie schon vor der Besichtigung, in welchem Rahmen Sie sich bewegen können.