Energieeffizienz beim Hauskauf: Welche KfW-Förderung in Frage kommt

Beim Kauf eines älteren Hauses ist der Energieverbrauch längst so wichtig wie Lage und Grundriss. Hohe Heizkosten belasten das Budget, eine Sanierung kostet Geld. Gleichzeitig gibt es Förderprogramme, die gerade den Kauf energetisch schwacher Häuser unterstützen.

18. Mai 2026 · Immobilienmarkt · von Kai Weber

Warum die Energieeffizienz beim Kauf zählt

Im Harz und rund um Goslar stehen viele Häuser aus den 1950er bis 1980er Jahren zum Verkauf. Oft sind Dach, Fassade, Fenster oder Heizung nicht mehr auf dem neuesten Stand. Das wirkt sich auf drei Dinge aus: auf die laufenden Heizkosten, auf die Kosten einer späteren Sanierung und auf den Wert der Immobilie.

Für Ihre Finanzierung bedeutet das: Planen Sie Sanierungskosten von Anfang an mit ein. Wer nur den Kaufpreis finanziert und die neue Heizung später aus der Rücklage bezahlen will, gerät leicht in Schwierigkeiten. Es ist oft günstiger, Kauf und Modernisierung gemeinsam zu finanzieren.

Lassen Sie sich von einem niedrigen Kaufpreis nicht täuschen. Ein günstiges, unsaniertes Haus kann am Ende teurer sein als ein etwas höher angebotenes, bereits modernisiertes Objekt. Rechnen Sie deshalb Kaufpreis, Sanierung und laufende Energiekosten zusammen, bevor Sie vergleichen. Erst diese Gesamtrechnung zeigt, welches Haus wirklich zu Ihrem Budget passt.

Was der Energieausweis verrät

Der Energieausweis ist Ihr erster Anhaltspunkt. Er ordnet das Gebäude einer Energieeffizienzklasse zu und nennt unter anderem den Energiebedarf oder Energieverbrauch, die Art der Heizung und das Baujahr. Verkäufer müssen beim Verkauf einen gültigen Energieausweis vorlegen, spätestens bei der Besichtigung. Liegt bereits ein Ausweis vor, gehören bestimmte Angaben daraus auch in die Immobilienanzeige. Diese Regeln stehen seit Juli 2026 im Gebäudemodernisierungsgesetz, das das bisherige Gebäudeenergiegesetz abgelöst hat.

Achten Sie auf die Art des Ausweises. Ein Verbrauchsausweis hängt vom Heizverhalten der bisherigen Bewohner ab. Ein Bedarfsausweis beruht auf einer technischen Berechnung und ist aussagekräftiger. Für eine belastbare Einschätzung lohnt sich vor dem Kauf eine Beratung durch eine Energieeffizienz-Expertin oder einen Energieeffizienz-Experten.

Fragen Sie den Verkäufer auch nach Rechnungen und Unterlagen zu bisherigen Modernisierungen, etwa zum Alter der Heizung, zu neuen Fenstern oder zur Dämmung des Dachs. Diese Angaben helfen bei der Einschätzung, welche Maßnahmen noch anstehen und in welcher Reihenfolge sie sinnvoll sind.

Jung kauft Alt: Förderung für Familien

Das KfW-Programm 308 „Jung kauft Alt“ richtet sich an Familien, die ein energetisch schwaches Bestandsgebäude kaufen und sanieren. Nach dem Merkblatt der KfW mit Stand August 2026 gelten unter anderem diese Voraussetzungen:

  • Im Haushalt lebt mindestens ein Kind unter 18 Jahren.
  • Das zu versteuernde Haushaltseinkommen liegt bei höchstens 90.000 Euro mit einem Kind, plus 10.000 Euro für jedes weitere Kind.
  • Die Antragsteller besitzen bei Antragstellung noch kein Wohneigentum.
  • Das Gebäude ist laut gültigem Energieausweis in Klasse F, G oder H eingestuft.
  • Innerhalb von 54 Monaten nach Zusage wird es mindestens auf den Standard Effizienzhaus 85 EE saniert. Alternativ sind bestimmte Einzelmaßnahmen wie Heizungstausch, Fenstertausch, Fassaden- oder Dachdämmung vorgesehen.
  • Der Antrag muss vor dem notariellen Kaufvertrag bei der KfW eingegangen sein.

Was das Programm leistet und was nicht

Gefördert wird mit einem zinsgünstigen Kredit für den Kaufpreis. Die Höhe richtet sich nach der Zahl der Kinder und liegt nach dem aktuellen Merkblatt zwischen 140.000 und 180.000 Euro. Die Sanierungskosten selbst sind in diesem Programm nicht förderfähig. Dafür gibt es andere Bausteine der Bundesförderung für effiziente Gebäude, etwa Zuschüsse für eine neue Heizung oder Kredite für die Sanierung zum Effizienzhaus. Diese Programme wurden 2026 mehrfach angepasst. Prüfen Sie die aktuellen Bedingungen deshalb immer direkt bei der KfW, bevor Sie planen.

Besonders wichtig ist die Reihenfolge. Der Abschluss des Kaufvertrags gilt als Vorhabenbeginn. Wer zuerst beim Notar unterschreibt und danach den Antrag stellt, verliert den Anspruch auf die Förderung. Planen Sie deshalb genug Zeit zwischen Kaufentscheidung und Notartermin ein.

Auch das Land Niedersachsen fördert über die NBank Wohneigentum. Ob ein Landesprogramm mit einer KfW-Förderung kombiniert werden kann, hängt von den jeweiligen Bedingungen ab.

So unterstützt Sie Baugeld 1-2-3

Wir prüfen mit Ihnen, ob ein Förderprogramm zu Ihrem Vorhaben passt, und beachten dabei die richtige Reihenfolge von Antrag und Kaufvertrag. Kauf, Sanierung und Fördermittel planen wir als eine Finanzierung. So wissen Sie vor der Unterschrift, was auf Sie zukommt.

Häufige Fragen

Kann ich Jung kauft Alt auch nach dem Notartermin beantragen?

Nein. Nach dem Merkblatt der KfW muss der Antrag vor Abschluss des notariellen Kaufvertrags bei der KfW eingegangen sein. Ein späterer Antrag ist förderschädlich.

Werden die Sanierungskosten über Jung kauft Alt finanziert?

Nein. Gefördert wird der Kaufpreis einschließlich Grundstück. Für die Sanierung kommen andere Förderprogramme in Frage, deren Bedingungen Sie aktuell prüfen sollten.

Woran erkenne ich die Energieklasse eines Hauses?

Am Energieausweis, den der Verkäufer spätestens bei der Besichtigung vorlegen muss. Ein Bedarfsausweis ist dabei aussagekräftiger als ein Verbrauchsausweis.

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